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Meine Erfahrung mit der EOS80Da

Da ich auf mit der neuen EOS80Da-Daten exzellente Ergebnisse erwartete, habe ich sie getestet.

M52 Widefield

Die Verarbeitung mit der DSLR war aber für mich recht problematisch. Als CCD-Fotograf arbeite ich normalerweise mit CCDCommander und MaxImDL. Da ich die Bias, Darks und Flats aber mit dem EOS-Utility aufgenommen hatte, wurden sie nicht als Fits sondern als CR2 abgespeichert. MaxIm kann zwar die Lights als CR2 verarbeiten, nicht aber die Kalibrierungsdaten um Masterfiles zu erstellen. Da müsste man manuell eingreifen und die CR2-Daten in Fits konvertieren. Das war mir dann doch zu umständlich.

Also habe ich mir das PixInsight Tutorial von Martin Völkel vorgenommen (Hut ab, sehr gute Funktionsbeschreibung) und den gesamten Workflow wegen auftretender Probleme mehrmals durchgearbeitet (nicht das Batch-Script, das kannte ich schon). Zur Usability sage ich jetzt mal nichts außer "ergonomisch und intuitiv geht anders". Außerdem hatte ich zusätzlich 10 Minuten Aufnahmen gemacht und habe verzeifelt gesucht, wie man in PI das Ganze in einem Rutsch (wie bei Maxim) kalibrieren und stacken kann. Geht nicht. Letztendlich habe ich dann nur die 180sec Aufnahmen genommen.

Ein weiteres Problem entstand dadurch, dass die Kalibrierungsdaten, die ich während der Nacht gemacht hatte, durch die ungekühlte Kamera mit unterschiedlichen Temperaturen abgespeichert wurden. Das ergab eine Vielzahl von unterschiedlichen Masterframes und eine suboptimale Kalibrierung.

Trotz dieser Probleme ist das Ergebnis absolut top wie das M52-Widefield mit nur 2,9 Stunden (58x180sec) Aufnahmezeit (Click auf das Bild) zeigt. In Bezug auf Rauschverhalten, Auflösung und Dynamik schneidet die EOS80Da im Vergleich mit anderen Kameras die ich getestet habe vorzüglich ab. Natürlich kann man auch Messreihen mit Kühlschrank-Darks" machen und daraus seine Schlüsse ziehen, ich teste meine Kameras aber lieber am Teleskop und mit den geplanten Filtern am Himmel. Mit Bias, Darks, Lights und Flats. Erst dann weiß ich, ob alles passt.

Getestet und ausgewählt habe ich in der Vergangenheit genügend Kameras mit ausreichendem Vergleichsmaterial. Die ASI294MCPro schied z.B. wegen nicht vollständig eliminierten Background-Artifakten und Ampglow aus meinen Überlegungen aus, obwohl die technischen Daten durchaus vielversprechend waren und die neuen CMOS-Kameras oft als die neuen State-of-the-Art-Kameras gepriesen werden.

Aus Kostengründen habe ich nun eine Canon 77Da gekauft, die den gleichen Chip wie die 80Da hat und auf einige Features verzichtet, die in der Astrofotografie weniger relevant sind.